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Kleiner Gipfel gegen 'Schavaaansinn'
POLITIK | AUS DER HAUPTSTADT (17.05.2010)
Von Michael Billig
Die "Nationale Bologna-Konferenz" ist Geschichte, der Gegen-Gipfel mittlerweile auch. Rund 100 Teilnehmer sind ins im Audimax der Humboldt-Universität Berlin gekommen. Auf dem Podium rief Peter Grottian dazu auf, Politiker mit Eiern und Tomaten zu bewerfen.

Michael Billig

Der Livestream vom Gegen-Gipfel läuft. (c) Michael Billig

Grottians Anschlagspläne zielen auf Politiker, die wie etwa der hessischen Ministerpräsident Koch finanzielle Kürzungen im Bereich Bildung vorschlagen. Grottian fordert für die Kochs dieser Republik ein Bildungstribunal. Der Professor von der Freien Universität Berlin ist einer der wenigen aus seinem Stand, die sich auf die Seite des Bildungsstreiks schlagen. Ein anderer ist offenbar der Elitenforscher Michael Hartmann von der TU Darmstadt. "Was mir zunehmend auffällt ist eine Spaltung der Studierendenschaft", warnt Hartmann am Beispiel Hessens. "Alle Programme, die in Hessen laufen, sind darauf ausgelegt, die forschungsstarken Universitäten zu stärken und die anderen zu schwächen." Damit einher gingen Verbesserung und Verschlechterung von Studienbedingungen, was Hartmann zufolge die Einheit der Studierenden und somit der Proteste gefährde.
Hartmann hält Thomas Sattelberger von der Deutschen Telekom, einem Befürworter des Bachelors, entgegen: Der Bachelor werde auf dem Arbeitsmarkt unterhalb bisheriger Fachhochschulabschlüsse angesiedelt. Die Studierenden im Audimax kritiseren an Schavans "Bologna-Konferenz", sie sprechen von "Schavaaansinn", dass viele Forderungen des Bildungsstreiks nicht aufgenommen wurden.

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