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Uns wird es noch lange geben
KULTUR | iley und Amos kooperieren (13.04.2012)
Von iley Redaktion
Das Onlinemagazin iley und die Zeitschrift Amos kooperieren ab sofort miteinander. Unsere Artikel gehen bei Amos in den Druck und Printartikel wandern bei iley ins Netz. Was Amos bedeutet und wer dahinter steht, verrät Hartmut Dreier im Interview.

iley.de

Hartmut Dreier (c) iley.de

Warum habt Ihr die Zeitschrift nach einem Propheten aus dem Alten Testament benannt?

Hartmut Dreier: Amos war ein sehr radikaler Prophet, dem es um soziale Gerechtigkeit gegangen ist. Er lebte nicht am Hofe in Jerusalem, sondern auf dem Lande. Er verband Kopf- und Handarbeit. Vor allem hatte er ein gutes Gespür für Wetterlagen. All das hat im Jahr 1968 die Studenten der Evangelischen Studentengemeinde in Bochum fasziniert. Sie waren Teil der Studentenbewegung und suchten nach einer christlichen Galionsfigur für ein Zeitschriftenprojekt. Da kamen sie sehr schnell auf Amos.

Wie es im Untertitel heißt, gibt es die Zeitschrift "aus guten Gründen seit 1968". Welche konkreten Gründe waren das, die zur ersten Ausgabe führten?

Die ersten konkreten Gründe waren Proteste gegen die real-existierende evangelische Kirche. Seit Anfang der 70er Jahre hat sich das aber verändert. Wir erkannten, dass, wenn man wirklich etwas verändern will und das in der Kirche versucht, man zu nichts kommt. Man muss sich mit Blick auf das gesellschaftliche Ganze sehr kritisch und mit der Frage nach Alternativen und der Verortung hier im Ruhrgebiet engagieren.

Wie hat sich dieses Umdenken auf "Amos" ausgewirkt?

Wir nehmen eine emanzipatorische Perspektive ein. Doch anfangs behandelten wir nur kirchliche Themen wie Taufe oder die theologische Ausbildung. Dann haben wir unseren Blick auf die ganze Gesellschaft erweitert. Wir diskutieren und schreiben über Krieg und Frieden, Imperialismus und die Ökologie im Ruhrgebiet. Das nächste Heft machen wir beispielsweise zum Thema Wildwuchs oder grüner Kapitalismus im Ruhrgebiet.

Die Zeitschrift erscheint im Ruhrgebiet. Die meisten Autorinnen und Autoren kommen aus dem Ruhrgebiet. Und Eure Leserinnen und Leser?

Wir haben 400 Abonnenten und die kommen zu Zweidrittel auch aus dem Ruhrgebiet. Das merkt an den Postleitzahlen beim Handversand. Wir haben aber auch im Ausland, in Wien, in Holland und in der Schweiz Abonnenten.

Du sagtest vor dem Gespräch, wir sollten nicht so sehr über Dich sprechen. Dennoch die Frage: Wie bist Du zu "Amos" gekommen?

Ich wurde im April 1969 Studentenpastor in Bochum. Die Studenten hatten mich gewählt. Mich faszinierte ihre geistige Kraft und ihre Radikalität. In dieser Zeit bin ich zu "Amos" gestoßen.

Du gehörst heute zum Redaktions- und Herausgeberkreis. Wer steht noch hinter "Amos"?

Ein Dutzend Leute ist regelmäßig und aktiv dabei. Der Jüngste ist Anfang 30, die beiden Ältesten sind über 70. Einer davon bin ich. Hinzu kommt noch ein Kreis von gut 20 Personen, die das Amos-Projekt unterstützen, die einzelnen Schwerpunkte mitkonzipieren und Beiträge schreiben oder vermitteln. Manfred Walz gestaltet seit vielen Jahren das Titelbild. Er ist von Beruf Architekt und Raumplaner. Und weil wir uns bei der Herstellung der Zeitschrift "selbst ausbeuten", wird es uns noch lange geben.

Vielen Dank für das Gespräch!


Amos erscheint viermal im Jahr. Das Abo kostet 18 Euro und kann unter folgender Adresse bestellt werden: AMOS-Redaktion, c/o Hartmut Dreier, Schumannstr. 6, 45772 Marl. Oder per E-Mail: dreier.marl@freenet.de


Weiterführende Links
http://www.amos-zeitschrift.deInternetauftritt von Amos

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