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BÜHNENSTÜCK
15.10.2007
Düstere Vögel im Mondenschein einer lauen Sommernacht
VON Oliver Bulas
[Licht geht aus. Pause. Bei eingeschaltetem Licht sind nun auf der Bühne zu sehen: Der Präsident (sitzt unrasiert und zerzaust am Schreibtisch), Die beiden Studenten und der/die vorsitzende Student/in (gekämmt und gescheitelt).]

Vorsitzende/r Student/in: Eines möchte ich Ihnen sagen: Nicht gebückt werden ich und
meinesgleichen durch die Hochschule wandeln!
Der Präsident: Was ist es also, was Ihr wollt?
2. Student/in: [laut] Die Einhaltung errungener sozialer Absprachen fordern wir! Der Menschenrechte! Des Völkerrechts! Des Grundgesetzes! Um nur die wichtigsten zu nennen an dieser Stelle!
1. Student/in: Es gilt hier das Prinzip der Gleichheit! Ein jeder Mensch sollte - vom Staate garantiert - die gleichen Rechte haben! Führen Sie die Gebühren ein, Herr Präsident, so verstoßen Sie gegen all jene Absprachen-Kataloge!
Vorsitzende/r Student/in: Nennen wir sie Rechte, nennen wir sie Absprachen. Das ist einerlei! Nur dürfen sie nicht beschnitten werden - oder gebrochen! Im Gegenteil! Alle sollten wir bedacht sein sie zu erfüllen und lebendig weiter zu entwickeln!
Der Präsident: So?
1. Student/in: Um die Erhaltung der Freiheit im sogenannten Geistesleben geht es und um deren Erweiterung! Ich meine: Kunst, Wissenschaft und Religion!
2. Student/in: Staatsinteressen, ökonomische oder sonstige fremde Begehren haben nichts hier zu suchen.
Vorsitzende/r Student/in: Bei Kunst, Wissenschaft und Religion muss Selbstbestimmung gelten, sonst krankt das soziale Ganze! Bringen wir andrerseits die Freiheit hier zur Blüte, so blüht das Ganze!
Der Präsident: Hört! Hört! Nun gewähren Sie mir folgenden Vorschlag Ihnen zu unterbreiten: Drei Abgeordnete des Senats sind bereit, sich in eine Unterredung mit Ihnen einzulassen.[Die Studenten ballen ihre Fäuste.]
2. Student/in: Vorschläge von solcher Art können wir nicht akzeptieren!
Der Präsident: [Nervös] Von Staatesseite ist mir zugesichert worden, jedem Studenten winkt ein Darlehen ohne Zins! [Der/die Vorsitzende Student/in lacht über das Angebot.] Oder Sie, meine verehrten Studenten, zahlen die Gebühr und bekommen diese als Materialkosten wieder zurückerstattet!
Vorsitzende/r Student/in: Der Präsident verdient die Faust!
Der Präsident: [beschwichtigend] Bloß eine Regel der Bürokraten, ich hoffe, Sie verstehn’...
[Der/die Vorsitzende Student/in will den Arm ausstrecken und dem Präsidenten die Hand auf den Mund legen. Die übrigen Studenten stehen weiterhin mit geballter Faust.]
Vorsitzende/r Student/in: [laut] Ergreifen wir unser Schicksal und den historischen Moment! [Hebt berauscht die Faust, die anderen tun es ihm gleich.] Bestimmen wir selbst wie’s weitergeht! [Die Studenten gehen auf den Präsidenten zu.]
Der Präsident: Haltet ein! Sonst lass’ ich den Wachmann rufen!

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