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Hundstage
KULTUR | KALENDER (12.07.2011)
Von Ronald Hild
Theodor Storm widmet dem siebten Monat des Jahres ein Gedicht.

Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm hernieder sieht,
Seine Ähren senkt das Korn.
Rote Beete schwillt am Dorn.
Schwer von Segen ist die Flur.
Junge Frau - was sinnst du nur?

photocase.com / Nutzer .daumenkino.

Margeritenreich ° 2 (c) photocase.com / Nutzer .daumenkino.

Das Gedicht zeichnet zwar nur ein sehr ungenaues Bild vom Charakter des Juli, jedoch ist zu erkennen, dass im Juli die Natur ihre gesamte Pracht entfaltet. Der Juli stellt in vielen Punkten den Höhepunkt des Jahres dar. Die Wachstumsphasen der Pflanzenwelt erreichen ihr Endstadium, die Wechselwirkungen zwischen Flora und Fauna wird in ihrer gesamten Komplexität sichtbar.

Außerdem ist der Juli im Allgemeinen der Monat mit den höchsten Temperaturen des Jahres. Die sogenannten "Hundstagen" sorgen mit ihrer Wärme dafür, dass selbst unsere vierbeinigen Freunde sich in kühlere Ecken verziehen. Der Name kommt allerdings aus der Astrologie, denn zwischen dem 23. Juli und dem 23. August ist der Hundsstern Sirius am Maul des Sternbildes "Großer Hund" sichtbar.

Für die Bauern sind diese Tage besonders wichtig, da sie entscheiden sind für die Qualität der Ernte. Den Wunsch, dass die Hundstage warm und trocken sein sollen, drücken die folgenden Bauernregeln aus:

"Hundstage hell und klar, zeigen an ein gutes Jahr."

"Wenn's nicht donnert und blitzt, wenn der Schnitter nicht schwitzt, und der Regen dauert lang, wird’s dem Bauern bang."

Der Bezug zur Ernte wird auch in den altgermanischen Namen deutlich: Heumonat oder Heuet wurde der Juli genannt, auch wenn nicht nur Heu sondern auch andere Garten- und Feldfrüchte eingefahren wurden. Der Name Juli selbst hat seinen Ursprung bei den Römern, jedoch gibt es hierbei zwei verschiedene Ansatzpunkte. Gaius Julius Cäsar, römischer Feldherr, Staatsmann und Begründer des späteren römischen Kaiserreiches benannte den Monat einfach nach sich selbst. Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit trug jedoch auch den Beinamen Julo. Man könnte Cäsar also durchaus Weitsichtigkeit unterstellen, einen Bezug zwischen seinem Namen und dem Erntemonat herzustellen. Im römischen Kalender war der Juli vor der Kalenderreform übrigens der fünfte Monat und hieß dementsprechend auch "Quintilis", der fünfte.

"Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten."

Hoffen wir, dass der Juli 2011 noch ein paar sonnige Tage bereit hält.

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