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Die ersten Zugvögel sammeln sich
KULTUR | KALENDAR (09.09.2011)
Von Ronald Hild
Scheiding - die Bezeichnung des Septembers im altdeutschen Sprachgebrauch deutet an, was uns im neunten Monat unseres Kalenders erwartet. Die warmen Temperaturen des Hochsommers sind vorbei und auch die Sonnenstunden werden merklich kürzer – jeden Tag um ca. drei Minuten.

Im Zeitraum zwischen dem 21. und 23. September sind Tag und Nacht je genau zwölf Stunden lang. Diese Tagundnachtgleiche ist uns bereits im März begegnet.

Die Natur auf dem Rückzug

Bedingt durch den Umschwung des Wetters, beginnt sich die Natur gegen Ende des Monats zurückzuziehen und auf die kältere Jahreszeit vorzubereiten. Die ersten Zugvögel sammeln sich zur Reise in den Süden. Kleinere Wald- und Wiesenbewohner nutzen das noch pralle Angebot an Früchten, um sich Reserven anzufressen. Neben verschiedenen Früchten sind es vor allem Nüsse und Samenkörner, die noch in Fülle verfügbar sind. Typisch für den September sind Spinnweben in der Luft, mit deren Hilfe sich junge Wolfsspinnen fortbewegen. Diese Fäden erinnern an die spinnenden "alten Weiber", weshalb der September auch als Altweibersommer
photocase.com / Nutzer imaginaryfriend

Im September wird die Ernte des Jahres eingefahren. (c) photocase.com / Nutzer imaginaryfriend

bezeichnet wird. Und die Bezeichnung Sommer trifft durchaus noch zu. Denn auch wenn die warme Jahreszeit unübersehbar vorbei ist, hält der September noch einige schöne Tage bereit, was ihn zum idealen Monat für Wanderer macht.

Septimus – der Siebte

Nach der alten römischen Zeitrechnung war der September der siebte Monat des Jahres. Der Name leitet sich her vom lateinischen septimus ab. Im germanischen Sprachgebrauch waren neben Scheiding auch die Bezeichnungen Witumanoth – Monat des Holzsammelns, Herbsting, Obstmond, Saumonat oder auch Fulmonet – der Monat, der Speicher und Scheune füllt, gebräuchlich.

Im Zeichen der Ernte

Vor allem die Ernte ist das zentrale Motiv der Septemberbräuche. Zeremonien und Rituale unterschieden sich in den Regionen, hatten aber jedoch den gemeinsamen Hintergrund, durch göttlichen Segen eine reiche und unverdorbene Ernte einzufahren. Einheitliche „Ernte-Kleidung“, das morgendliche Verbeugen vor dem Feld oder das Schmücken des letzten Wagens der Getreideernte, der begleitet vom Gesang der Menschen auf den Hof gebracht wurde, sind einige der überlieferten Bräuche. Im Anschluss an die Arbeit auf dem Feld schlossen sich die Märkte an, auf denen Waren verkauft wurden. Märkte waren zugleich Anlass für Pferderennen, Wettkämpfe und Unterhaltung aller Art, die sich zum Teil eines großen Zuspruchs erfreuten. Das Münchner Oktoberfest, das Ende September beginnt, ist das vielleicht prominenteste noch aktuelle Beispiel.

Zwei Bauernregeln sollen den Beitrag über den September beenden...
Wenn im September viele Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.

Fällt das Laub zu bald, wird der Herbst nicht alt.

... schließlich soll auch der geneigte Leser versuchen, noch ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen.

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